Ein Dank an unser Schulsekretariat

Ohne ein funktionierendes Schulsekretariat läuft an einer Schule gar nichts. 

Das Schulsekretariat wird am Diakonischen Bildungszentrum kompetent und mit viel Einfühlungsvermögen von Heike Lehmann geleitet.

Auf dem Bild verabschiedet sich die SPTZ 18-2 von Frau Lehmann mit einem besonderen Dankeschön.

August 2021


Der neue Song unserer Schulband zum Schuljahresende 2020/2021

Juli 2021


„Heute bin ich stolz“

121 Schüler*innen der Beruflichen Schule im Diakonischen Bildungszentrum Lobetal

erhielten ihre Abschlusszeugnisse


„Erleichtert!“ Nadine Wolter strahlte. „Endlich durchatmen – ich freue mich!“ Nach ihrer dreijährigen berufsbegleitenden Ausbildung zur Erzieherin an der Beruflichen Schule Lobetal durfte sie als eine von insgesamt 121 Schüler*innen das ersehnte Abschlusszeugnis aus den Händen der Schulleitung entgegennehmen. Es waren insgesamt sechs Klassen aus den Bildungsgängen Sozialassistenz, Heilerziehungspflege und Sozialpädagogik, die Annett Nöthlings und Dr. Johannes Plümpe nun endgültig in die Berufswelt oder in die nächste Ausbildung verabschiedeten. – Und dabei standen die vergangenen anderthalb Schuljahre unter keinem sehr günstigen Stern.

„Es war schon sehr anstrengend, Familie, Beruf und Schule unter einen Hut zu bringen“, erklärte Helena Kaufmann, eine (nun ehemalige) Mitschülerin von Nadine Wolter. „Heute bin ich stolz, dass ich das alles in eigener Regie geschafft habe. Denn mein letzter Schulabschluss ist schon eine Weile her und das hier war noch mal ein Neuanfang.“ In Erinnerung geblieben sind den beiden Frauen vor allem die Herausforderungen des digitalen Unterrichts in Zeiten der Pandemie.

Annett Nöthlings zollte in der Rede der Schulleitung den Schüler*innen ihren größten Respekt davor, dass „sie sich gut auf die neuen digitalen Lernformen während der Pandemie eingelassen haben und somit ihre Ausbildung erfolgreich abschließen konnten. Als Lehrende am Diakonischen Bildungszentrum haben wir alles darangesetzt, die Ausbildung auch mit den im Zusammenhang mit der Pandemie bestehenden Einschränkungen bestmöglich zu gestalten.“ Das Feedback der Absolvent*innen in der Abschlussklassenbefragung habe bestätigt, dass sich die Schüler*innen hier sehr gut begleitet und unterstützt fühlten, resümierte der Schulleiter, Johannes Plümpe.

Helena Kaufmann hat sich einer weiteren Herausforderung gestellt und an der Beruflichen Schule Lobetal zusätzlich die Fachhochschulreife erworben. Zudem darf sie wie alle anderen Absolvent*innen der Fachschule nun die Bezeichnung „Bachelor professional im Bereich Sozialwesen“ tragen. „Dies trägt zur Durchlässigkeit der Bildungsabschlüsse im In- und Ausland bei und impliziert aus meiner Sicht eine tolle Aufwertung des Berufsabschlusses“, freute sich Annett Nöthlings mit den frisch gebackenen Erzieher*innen und Heilerziehungspfleger*innen. – Allemal ein Grund zum Feiern! Für den feierlichen Rahmen der Zeugnisausgabe sorgte die Lobetaler Erzieher-Klasse SP19. Gemeinsam mit den Absolvent*innen begaben sich die Gastgeber, verkleidet als Flugpersonal, auf eine unterhaltsame Reise durch turbulente Jahre des Lernens an ihrer Lobetaler Schule, ließen den digitalen Unterricht Revue passieren und Lehrpersonen sowie die Theologische Geschäftsführerin der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, Andrea Wagner-Pinggéra, via Videobotschaft zu Wort kommen.

„Wir wollten ein Programm gestalten, das witzig und unterhaltsam ist“, erklärte Lara-Charly Schubert vom „Flugpersonal“. „Es war uns wichtig, den Ansprüchen einer feierlichen Zeugnisausgabe gerecht zu werden, aber auch ein bisschen vom leidigen Corona-Thema abzulenken.“

 

Musikalisch wurden sie dabei auch von der Schulband unterstützt, die in dem eigens zur Zeugnisausgabe erstellten Musikvideo ihren Zuhörer*innen singend zurief: „Jetzt ist schulfrei, schulfrei. Fahrerei ist auch vorbei. Gruppenarbeit, Hausaufgaben, Facharbeiten – einerlei. Prüfungsstress ist auch vorbei.“

Für Helena Kaufmann sind die Weichen in die berufliche Zukunft längst gestellt: „Im nächsten Jahr werde ich beginnen, an der ASH in Berlin Soziale Arbeit zu studieren.“

 

Auch die übrigen Absolvent*innen müssen nach einem künftigen Arbeitsplatz nicht lange suchen, zumal die Hoffnungstalter Stiftung Lobetal ein attraktiver Arbeitgeber, etwa auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendhilfe sowie im Teilhabebereich, ist.


Pflegefachpersonen leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft

Es gibt noch freie Plätze!

Am 1. Oktober beginnt das neue Ausbildungsjahr: DIE Chance, sich zur staatlich anerkannten Pflegefachfrau/ zum staatlich anerkannten Pflegefachmann oder zur staatlich anerkannten Altenpflegehelferin/ zum staatlich anerkannten Altenpflegehelfer ausbilden zu lassen. Noch gibt es freie Plätze.

Sarah Münch (Gesundheitswissenschaftlerin und Gesundheits- und Krankenpflegerin) arbeitet seit April 2021 als Lehrkraft an der Lobetaler Pflegeschule, die ihren Sitz in Bernau hat. Sie betont: Die Pflegefachpersonen leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft.

 

Weshalb werden Pflegefachpersonen und Altenpflegehelfer*innen so dringend gebraucht?

Durch den demographischen Wandel verändert sich die Gesellschaft, das Altersspektrum erweitert sich. Allein daraus ergibt sich unter anderem eine erhöhte Pflegebedürftigkeit, deutschlandweit sind 4,1 Mill. Personen betroffen. Aber nicht nur ältere Menschen benötigen Pflege, sondern Menschen aller Altersgruppen.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie existenziell wichtig Pflegefachkräfte und Pflegehilfskräfte sind und welchen großen Beitrag sie leisten.

 

Was ist das Besondere und zugleich Attraktive an der Generalistischen Ausbildung?

Die Generalistische Ausbildung eröffnet die Möglichkeit die Versorgung unterschiedlicher Altersgruppen beginnend bei den Kindern und in den verschiedenen Versorgungsbereichen wie der ambulanten und stationären Pflege tätig zu werden. Als Teil eines großen Teams wird mit Ärzten, Physio- oder Ergotherapeuten u.a. zusammengearbeitet.

 

Welche Inhalte in der theoretischen Ausbildung sind besonders spannend?

Die Ausbildung gestaltet sich multimedial und die Lehrinhalte werden mithilfe unterschiedlichster Unterrichtsmethoden praxisnah vermittelt. Für die praktischen Übungen gibt es das neue Skills Lab, wo die Auszubildenden ihr theoretisches Wissen an Pflegepuppen praktisch umsetzen können, zum Beispiel wenn es um die Körperpflege, das Verabreichen von Injektionen oder das Blutdruckmessen geht.

 

Was ist das Alleinstellungsmerkmal der Generalistischen Ausbildung?

Das Tätigkeitsfeld der/des Pflegefachfrau/Pflegefachmann bieten ein breites Spektrum. Außerdem hat sich der Lehrplan komplett verändert. Praxissituationen werden im Unterricht verstärkt thematisiert, um dem Transfer zwischen Theorie und Praxis begegnen zu können.

 

Stichwort Vielfalt und Erweiterung des eigenen Horizonts…

Generell ist die Ausbildung aufgrund der unterschiedlichsten Tätigkeitfelder und der direkten Arbeit mit den Klient*innen/Bewohner*innen/Patienten*innen ein entscheidender Meilenstein für die persönliche Entwicklung. So spielt etwa die Kommunikation eine wichtige Rolle, ebenso wie ein angemessenes Reagieren in Notfallsituationen, oder sich zum Wohle des Patienten auch mal zurücknehmen zu können. Auch das Selbstbewusstsein wächst mit der hohen Verantwortung, die man übernehmen muss.

 

Aus Ihrer Erfahrung: Was macht den Auszubildenden am meisten Spaß?

Die Schüler*innen melden regelmäßig zurück, dass ihnen vor allem die Arbeit im Skills Lab Spaß macht, weil man dort das theoretische Wissen praktisch umsetzen kann. An den Pflegepuppen kann man Praxissituationen simulieren, da sich Vitalfunktionen, wie der Puls und der Blutdruck darstellen lassen. Wir haben übrigens auch eine Babypuppe für den Bereich der praktischen Übungen, die die Kinderpflege betreffen.

 

Ich erlebe zudem, dass die Wissenserweiterung unsere Auszubildenden besonders stolz macht, wenn sie zum Beispiel in der Familie oder unter Freunden als medizinische Fachpersonen angesehen und befragt werden.

Vorbereitung der Eröffnungsandacht 2021/2022


Das aktuelle Schuljahr geht zu Ende, da beschäftigen wir uns schon mit dem neuen, das am 9. August 2021 beginnt. Traditionell starten wir an diesem Tag mit unserer Schuljahreseröffnungsandacht. Dieses Jahr steht sie unter dem Motto: „Ob groß, ob klein – im Team sind wir stark“ und wird von der Klasse BfS20-1 vorbereitet. Schon jetzt haben die werdenden Sozialassistent*innen dieser Klasse gemalt, einen Flyer gestaltet und in der Lobetaler Waldkirche unter freiem Himmel den Ablauf und die Lieder geprobt. Wir freuen uns auf die mehr als 400 Schüler*innen, die wir dann am ersten Tag des neuen Schuljahres bei uns begrüßen können.

Lucas zeigt hauswirtschaftliche Kompetenzen: Vor dem Bemalen des Motto-Banners muss das Banner zunächst gebügelt werden.

Das farbenfrohe Ergebnis

Die Schüler*innen setzen ihr Andachtsmotto am Pinsel um: Gemeinsam wird das Banner gestaltet.

Unter freiem Himmel werden die Lieder geprobt.


Juni 2021


„Ich habe wirklich ein bisschen Schiss“

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wer kennt diesen Spruch nicht? Mehr als 120 Schülerinnen und Schüler aus insgesamt sieben Klassen unserer Beruflichen Schule stehen derzeit vor den Abschlussprüfungen. Wie geht es ihnen, was motiviert sie und was haben sie für die Zeit nach den Prüfungen geplant?

 

 

Unsere werdenden Sozialassistent*innen des Jahrgangs BfS19 geben einen kleinen Einblick. Hier eine Auswahl ihrer Antworten – vielen Dank dafür!

Wie geht es Ihnen augenblicklich? – Prüfungsangst?

 

Franzi:

Aktuell geht es mir gut. Ich habe keine Prüfungsangst und habe noch nicht ganz realisiert, dass es in den Endspurt geht. Vermutlich ist das auch der Tatsache geschuldet, dass der Schulbetrieb unter Corona anders läuft als sonst.

 

Lisa:

Angst habe ich nur vor der Prüfung im Lernfeld 2 und davor, dass ich in eine mündliche Prüfung rutsche.

 

Marvin:

Mir geht’s im Augenblick so „lala“. Ich bin angespannt und habe ein wenig Bammel vor den Prüfungen.

 

Tom:

Momentan geht es mir ganz gut, aber ich habe wirklich ein bisschen Schiss.

 

Alex:

Angst vor den Prüfungen habe ich nicht, ich habe nur Respekt.

 

Woran denken Sie am häufigsten, wenn Ihre Gedanken zu den bevorstehenden Prüfungen gehen?

 

Alex:

… an die Menge Tinte, die verbraucht wird.

 

Frieda:

Ich denke daran, wie viel ich noch lernen muss, weil ich bisher noch nicht ausreichend dazu gekommen bin, und ich will auf keinen Fall in die mündliche Prüfung kommen.

 

Marvin:

Ob ich die Prüfungen mit guten Noten bestehe und ob wir von den Lehrern noch Themen bekommen, die wir noch lernen sollen?

 

Florentine:

Hoffentlich verhaue ich die Prüfungen nicht.

 

Hanna:

Ich denke daran, dass die Zeit nun fast vorbei ist und die zwei Jahre Ausbildung so schnell vergangen sind.

 


Wie motivieren Sie sich zum Lernen für die Prüfungen? Gibt es „Hilfsmittel“, die Ihnen das Lernen „versüßen“?

 

Franzi:

Gin Tonic 😊

 

Sophie:

Mir hilft es, wenn mein Schreibtisch aufgeräumt ist und meine Lieblingsmusik im Hintergrund läuft.

 

Margitta:

Mir reicht es, an meine Zukunft zu denken, in der ich mich als Erzieherin sehe.

 

Frieda:

Meistens höre ich Musik, instrumentelle traditionelle chinesische Musik. Das gibt mir das Gefühl der Ruhe und Konzentration und lässt mich positiver denken.

 

Lina:

Mich motiviert für das Lernen mein gut sortierter Hefter.

 

Lukas:

Ich sage mir immer wieder selbst, dass ich jetzt lernen muss und nicht zu faul werden darf. Diese Methode hilft mir beim Vorankommen auch gut weiter.

 

Am Ende Ihrer Ausbildungszeit ist auch mal der Blick zurück erlaubt: Woran erinnern Sie sich gern? Was waren besondere Highlights in den vergangenen beiden Schuljahren?

 

Franzi:

Ich erinnere mich gern an die Sommermonate während der Schulzeit. Oft haben wir den Unterricht nach draußen verlegt. Ein weiteres Highlight war das leckere Schulessen.

 

Lisa:

Ich erinnere mich an eine schöne Schulzeit mit meiner Klasse und der nettesten Sekretärin der Welt. Außerdem haben wir eine tolle Cafeteria. Im Gedächtnis bleibt auch die große Hilfsbereitschaft in der Schule.

 

Margitta:

Meine persönlichen Highlights waren meine tolle Klasse und dass unsere beiden Klassensprecherinnen Clara und Lucy mit der Schulband beim Tag der offenen Tür aufgetreten sind.

 

Frieda:

Das Erntedankfest im ersten Ausbildungsjahr hat mir besonders gefallen. Auch die Vorbereitung hat viel Spaß gemacht, als wir die Gestaltung der Strohpuppen zusammen geplant und umgesetzt haben. Am besten hat mir die Religionsphilosophische Woche gefallen. Wir haben da zum Beispiel den Islam noch einmal ganz anders und persönlich kennen gelernt.

 


Womit werden Sie sich am Ende nach den Prüfungen belohnen?

 

Maik:

Mit einem kühlen Sommergetränk am See.

 

Sophie:

Mit einer großen Tüte Chips.

 

Franzi:

Ich werde mir nach den Prüfungen viel Zeit für mein Pferd nehmen, das habe ich mir zum bevorstehenden Abschluss gekauft.

 

Lukas:

Belohnen werde ich mich mit einer kleinen familiären Feier und eventuell mit meinem ersten Tattoo.

 

Michelle:

Mit Sekt und in einer kleinen Runde mit Freunden feiern.

 

Marvin:

Wenn ich bestanden habe, kaufe ich mir ein neues Auto.

 

Wie wird es im Sommer nach den Ferien für Sie weitergehen? Welche Pläne haben Sie?

 

Ich werde meine Fachschulausbildung beginnen, von zuhause ausziehen und das Leben genießen.

 

 

Nach den Ferien geht es für mich hier in Lobetal weiter. Ich werde die Ausbildung zum Erzieher machen.

 

 

Ich werde meine Ausbildung in der Albert-Schweitzer-Stiftung weitermachen und wenn alles klappt, werde ich Pflegefachkraft.

 

 

Ich mache eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin und ein letztes Praktikum in der Wohnstätte Sydower Feld.

 

 

Nach den Sommerferien beginne ich eine Ausbildung zur Erzieherin. Im zweiten Jahr möchte ich mein Fachabitur beginnen, um vielleicht mal studieren zu können, denn das war schon immer ein Wunsch von mir.

Aber prinzipiell möchte ich später in einer Wohngruppe für "schwer erziehbare" Kinder und Jugendliche arbeiten.

 

 


April 2021


Pionier im Land Brandenburg: Diakonisches Bildungszentrum Lobetal startet mit einer Inklusiven Bildungsagentur

Bildung für alle! Das hat sich die Agentur für Fort- und Weiterbildung des Diakonischen Bildungszentrums Lobetal auf die Fahnen geschrieben. „Für uns war schon lange ein Thema, dass Bildung nicht exklusiv, sondern inklusiv sein muss.“ Damit meint Michael Nöthlings, Leiter der Fortbildung- und Weiterbildungsagentur, dass Menschen mit Behinderung außerhalb von Werkstätten und Wohneinrichtungen Fort- und Weiterbildungen nutzen können. Mit dem „Förderprogramm Beratung, Begleitung und Selbsthilfe“ der Aktion Mensch gibt es nun die Möglichkeit. „Wir haben unsere Ideen dort vorgestellt und erhalten fünf Jahre die Möglichkeit, diese Idee zu entwickeln und zu etablieren“, freut sich Nöthlings.

Menschen mit Behinderung sollen auch Fortbildungen wahrnehmen können

 

Antje Bauerschäfer-Jahn und Niels Kauffmann haben diese Aufgabe mit zusammen einer Stelle übernommen. Frau Bauerschäfer-Jahn hatte bisher seit über einem Jahr im Diakonischen Bildungszentrum die Schulsozialarbeit im Blick. Niels Kauffmann arbeitete als Dozent. Seine Schwerpunkte sind das Bundesteilhabegesetz (BTHG) und die Erwachsenenbildung. Er fragt sich schon lange: „Warum sollten Menschen mit Behinderung nicht auch eine Fortbildung wahrnehmen können?“ Und meint damit nicht die arbeits- und lebenspraktische Förderung, die innerhalb der Werkstätten und Einrichtungen angeboten werden. „Wir möchten Bildungsangebote unterbreiten, die für Menschen mit und ohne Behinderungen gleichermaßen  strukturiert sind.“ Das bedeutet, dass es ein Fortbildungsprogramm gibt, dass jede/jeder unter den Angeboten frei auswählen kann, dass es ein Anmeldeverfahren gibt, dass man am Counter seine Tagungsunterlagen erhält und dass auf den Tischen Tagungsgetränke sowie Obst oder ähnliches ganz selbstverständlich bereitsteht - ganz normal eben.

Ein breites Spektrum von Kursen im Blick

 

Und was werden die Inhalte sein? Ein breites Spektrum ist im Blick. Es wird die Klassiker geben, also Kurse, die Freizeitinteressen aufnehmen wie Kochen, Gesundheit, Kreativität oder Computer bzw. digitale Medien. Auch wird es Angebote geben für die persönliche Entwicklung und Reflexion. Einige Kurse werden auf die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen eingehen, ihnen ihre Bedarfe und rechtlichen Möglichkeiten erläutern, so dass sie diese besser artikulieren und durchsetzen können. Mit im Blick sind auch die Angehörigen und das soziale Umfeld. „Natürlich werden wir die Menschen fragen, was sie interessiert und diese Themen in unser Programm aufnehmen“, ergänzt Antje Bauerschäfer-Jahn. Sie macht es am Beispiel Wohnen konkret. „Unsere Kurse werden an Lebenswelten anknüpfen. Wie kann ich selbstständig wohnen? Was muss ich dabei beachten? Wie lese ich einen Vertrag? Wie kann ich energiebewusst wohnen? Welche Möglichkeit der Unterstützung gibt es?“ Man müsse im Blick haben, dass Themen, die für uns selbstverständlich seien, für Menschen mit Behinderung nie vorgekommen sind, weil immer jemand für sie da war und es ihnen abgenommen hat.

 Segel neu setzen – auch in der Bildung

 

Das neue Angebot nimmt den Perspektivwechsel auf, der im neuen BTHG angelegt ist. Es gehe nicht mehr darum: Ich weiß, was Du brauchst, sondern darum: Jemand weiß selbst, was er oder sie braucht. Michael Nöthlings dazu: „Wir schreiben dem Menschen nicht mehr vor, was er braucht. Der Informationsbericht fordert jetzt Teilhabeplanung und Selbstwirksamkeit. Jetzt fragen wir: Was benötigen Sie? Was wollen Sie erreichen und wie kommen Sie dahin?“ So setze das BTHG auch im Bereich Bildung die Segel neu.

Dabei weiß das Team, dass es viel Überzeugungs- und Kommunikationsarbeit leisten muss. „Wir verstehen uns als Ergänzung und als Bereicherung der Werkstätten und der Einrichtungen“, geben sie zu verstehen. Dazu wird derzeit der Boden bereitet. Es gilt zu informieren, das Konzept und die Angebote zu entwickeln, das Netzwerk aufzubauen und was am Wichtigsten Ist: Vertrauen zu gewinnen. Eine lange Liste ist abzuarbeiten: Bereichs- und Einrichtungsleitungen, Werkstatträte, Wohnungsräte, Selbstvertretergruppen, um nur einige zu nennen. Hinzu kommen die Netzwerke in den Landkreisen. Zum Beispiel die Teilhabeberatung, die Ämter, die Schulen und Fördereinrichtungen. Die ersten Termine sind schon gemacht.

„Wir möchten die Menschen mitnehmen, Akzeptanz intern und extern aufbauen und zeigen, was der Mehrwert von Fortbildung für Menschen mit Behinderungen ist. Eines Tages werden wir DIE Inklusive Bildungsagentur in Brandenburg sein“, geben sich die drei Pioniere zuversichtlich.

Wer mehr erfahren möchte oder Wünsche hat zu Bildungsangeboten kann sich gerne melden bei:

Diakonisches Bildungszentrum Lobetal
Fort- und Weiterbildung
Telefon: 0176 87 95 95 36
E-Mail: fobi@lobetal.de

März 2021